Google Art Project

The Starry Night (1889) von Vincent Van Gogh MoMa, The Museum of Modern Art

The Starry Night (1889)
von Vincent Van Gogh
MoMa, The Museum of Modern Art

Sie wollten schon immer einmal die Kunstsammlung des Museum of Modern Art  in New York besichtigen? Das Art Project der weltgrößten Suchmaschine google macht es möglich… ohne dazu selbst in der Stadt zu sein.

Ohne lange Warteschlangen oder wuchernde Eintrittspreise, können Internetnutzer dank Google´s Art Project spontan ins Museum gehen. Vor zwei Jahren startete das Art Project. Seitdem haben rund 230 Museen, angefangen bei kleinen, regionalen, bis hin zu weltberühmten Galerien mehr als 43.350 Kunstwerke digitalisiert – darunter Meisterwerke von Leonardo da Vinci, Vincent van Gogh und Rembrandt. Einige dieser Kunstwerke sind im sogenannten Gigapixel-Format verfügbar und können somit bis zum kleinsten Pinselstrich vergrößert werden.

Mit den Werkzeugen Explore und Discover können Nutzer, Kunst aus einer bestimmten Epoche oder von einem bestimmten Künstler suchen. Die Lieblingswerke können dann in Form einer Kunstsammlung in einer Galerie veröffentlicht werden. Neben den Kunstwerken können Nutzer, dank Google Street View, auch einen virtuellen Rundgang durch das Weiße Haus oder Schloss von Versailles machen und diese in einer 3D-Darstellung erkunden.

Doch welches Ziel verfolgt Google eigentlich mit seinem Art Project? Google arbeitet seit einigen Jahren daran, das kulturelle Vermächtnis der vergangenen Jahrhunderte zu digitalisieren. Kunst und Kultur online zur Verfügung zu stellen, scheint zunächst ein fortschrittliches und hilfreiches Anliegen zu sein, doch nicht jeder Künstler bewertet die Digitalisierung positiv. Auch Google Books, einem Projekt, bei dem Bücher digitalisiert werden und somit jedem Online-Nutzer frei zur Verfügung stehen, brachte aufgrund der Urheberrechte zunächst Probleme.
Projektleiter Amid Sood erklärte in einem Interview, dass der Suchmaschinenkonzern mit dem Art Project hauptsächlich Wissen digitalisieren und einen Beitrag zur Bildung leisten würde – beispielsweise mit seiner Art-Talks-Reihe. Sie fördere den Kontakt zwischen Kunstliebhabern und Kunstexperten. Sood sieht in der Kunstdigitalisierung eine Unterstützung des kulturellen Sektors: „Wir wollen den Museen helfen, sich online zu präsentieren. Ein Museum sollte sein Geld in Bildung und kuratorische Programme investieren, nicht in Informationstechnologie“.

Wie auch immer man zu dem Thema steht, dürfte fast jeder Nutzer Verständnis für die Kunstschaffenden haben. Der Vorteil des Google Art Project dürfte darin liegen, dass die Urheberrechte bei vielen Werken aus der Bildenden Kunst bereits erloschen sind.

Zu Beginn des Projekts mutmaßten viele Museen, Kunsträuber könnten die Museumsräume im Vorfeld ausspionieren. Auch wurde zunächst befürchtet, dass die Besucherzahlen rapide sinken könnten – beide Befürchtungen sind bisher jedoch unbegründet geblieben. Ein Nachteil hat das Art Project trotzdem: große Künstler wie Matisse, Picasso oder die der Gegenwart, wie Gerhard Richter fehlen. Dies liegt wiederum an den Bildrechten, die nicht immer bei den Museen liegen. Erste Gespräche zwischen Google und den großen Rechteverwertern, wie der VG Bild-Kunst, laufen bereits.

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