Nation Branding per Twitter und Facebook: Beispiele aus Schweden

Brandeisen
Flickr, CC-BY jkirkhart35

Was Nation Branding angeht, beschreitet Schweden gern neue Wege. Schon vor längerer Zeit hat man auf staatlicher Seite erkannt, dass Marken wie IKEA, ABBA oder H&M dem Land weltweit einen guten Ruf verschafft haben. Das Außen- und Wirtschaftsministerium sowie die Tourismus-Werber von VisitSweden entwickelten gemeinsam mit anderen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren eine ausgeklügelte Marketing-Strategie. Übergreifendes Ziel: Schweden soll international noch bekannter werden als zuverlässiger Handelspartner, attraktiver Markt für Investitionen, Reiseziel, IT-Land und kreative Kulturnation.

Heutzutage lässt sich für Nation Brandning wohl kaum ein besserer Verbreitungskanal finden als das Internet. Die Strategen in den Marketing-Abteilungen von VisitSweden oder dem Svenska institutet stürzen sich geradezu auf die sozialen Netzwerke und haben Ideen, die demnächst wohl auch anderswo Schule machen dürften.

Natürlich haben viele Länder inzwischen einen offiziellen Account beim Kurznachrichtendienst Twitter – doch in Schweden nutzen ihn nicht nur Marketing-Experten, sondern die Bürger selbst. Im Rahmen des Projektes Curators of Sweden wird das Profil seit 2011 jede Woche einem neuen Mitbürger übergeben, der dann unter dem Account @sweden mehr oder weniger persönliche Botschaften in alle Welt senden darf. Schließlich repräsentiere jeder das Land und gebe ihm durch seine Fähigkeiten, Erfahrungen und Ansichten ein Gesicht, so die Branding-Experten. Die Tweets sollen neugierig machen und Interesse für Schweden anregen. Nach Angaben von VisitSweden ist Schweden das weltweit erste Land, das ein solches Experiment bei Twitter wagt.

Ebenso einzigartig sei die schwedische Geschichts-Timeline bei Facebook, heißt es. Sie ging am 02. März 2012 online. Diese etwas andere Chronik des Landes reicht zurück bis ins Jahr 1000 und bietet Facebook-Nutzern die Möglichkeit, wichtige Daten der schwedischen Geschichte kennenzulernen. Die Geburt von Prinzessin Estelle, die Ermordung von Olof Palme, der Untergang des Regalschiffes Vasa – hier hat alles seinen Platz. Auf tiefgehende Hintergrundinformationen wird verzichtet. Doch darum geht es vielleicht auch gar nicht. Das Besondere der Timeline ist nämlich: Jeder kann daran mitwirken und die schwedische Chronik mit eigenen Erlebnissen, Bildern, Fakten oder Anekdoten füttern. Bleibt abzuwarten, wie das Projekt tatsächlich angenommen wird. Immerhin: Rund 1300 Facebook-Nutzer klickten schon „gefällt mir“.

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Kategorien: Museum 2.0, Nordeuropa, Schweden | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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